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Weihnachten mit Thierry Mulhaupt

Ja ich gebe zu, ich kann Büchern nicht widerstehen, die visuell so gemacht sind, dass man am liebsten in den Umschlag beißen möchte. So ist es mir auch mit dem Buch von Thierry Mulhaupt gegangen. Sein wunderschönes Buch stelle ich noch an anderer Stelle vor. Jedenfalls hatte ich seither Lust, diesen einfallsreichen „Chocolatier Pâtissier“ kennenzulernen. Das habe ich dann dieses Wochenende vollbracht.

Bereits vor einigen Monaten habe ich den Kurs „La bûche trés trés vanille“ gebucht. Eine „bûche“ ist ein traditionelles Weihnachtsdessert. Ganz ursprünglich gab es wohl den Brauch, einen dicken Holzstamm über mehrere Tage hinweg zu verbrennen. Das Verbrennen des Holzes sollte Unheil vom Hause fernhalten. Seit wann es das Dessert gibt ist wohl nicht ganz klar, aber so versteht man, warum der Rollkuchen ursprünglich so gestaltet wurde, dass er an ein Holzstück erinnert. Im Kurs wurde auch die einem Holzstück nachempfundene Dekoration gezeigt. Allerdings bin ich eher ein Fan der moderneren Varianten. Das macht wahrscheinlich auch mehr Sinn mit einer dunklen Schokolade.

Die Bûche gibt es auch in Form einer Mousse. Diese Variante hier ist die typische Variante mit einem gerollten Biskuitteig. Man muss dazu sagen, dass es im Französischen als „Génoise“ bezeichnet wird und es einen Unterschied zum normalen „Biscuit“ gibt.  In jedem Fall werden bei der Génoise die Eier mit dem Zucker leicht erwärmt, was schon einmal ein Unterschied ist. Ich nenne den Teig im Rezept dennoch Biskuit, da es wohl sonst keine bessere Bezeichnung im Deutschen gibt.

Nun aber zurück zum Kurs. Er fand in der Produktionsstätte von Thierry Mulhaupt in Mundolsheim/Straßburg statt. Es waren ca. 20 Teilnehmer dabei. Das sind eigentlich recht viele Personen, allerdings ist das Atelier ausreichend groß und somit war die Anzahl der Teilnehmer letztendlich nicht störend. Thierry Mulhaupt selbst hat den Kurs gehalten. Das fand ich ganz besonders toll. Bei den meisten Kursen die ich sonst besucht habe, wurden die Kurse von Mitarbeitern gehalten. Diese Kurse waren trotzdem gut gemacht, aber ich fand es eben besonders gut, dass der Chef sich die drei Stunden mit uns Laien befasst. Alles war super gut vorbereitet und auch während des Kurses betreuten uns zwei seiner Mitarbeiter, u.a. sein Produktionsleiter, sodass der Ablauf absolut reibungslos war.

Thierry Mulhaupt hat nun alle Etappen der Herstellung des Teiges, des Sirups und der Creme vor uns gemacht. Es waren viele Erklärungen und Handgriffe dabei,  die man so in einem Rezept nicht wirklich nachlesen kann. Der praktische Teil für die Teilnehmer bestand dann darin, den bereits vorbereiteten Biskuitteig mit Sirup und Creme einzustreichen, den Teig zu Rollen (das ist eigentlich das Schwierigste an der bûche) und dann zu dekorieren. Eigentlich bin ich eher von Kursen begeistert, bei denen man viel machen muss. Allerdings war die Präsentation so detailliert, dass mich das nicht gestört hat und ich umso mehr Lust habe, zu Hause gleich weiter zu machen.

Thierry Mulhaupt ist wie gesagt sehr sympathisch und beantwortet geduldig alle Fragen rund um die Pâtisserie, die man so haben kann. Es ist sehr interessant ihm zuzuschauen. Die fast 30 Jahre Erfahrung zeigen sich in jeder Geste. Das kann man wie gesagt nirgendwo nachlesen. Einige seiner Handgriffe wird man sich auch im Internet auf Videos ansehen können: http://www.mulhaupt.fr/fr/Article-501.html

Während des Kurses gab es dann noch einige Überraschungen, wie z.B. ein sehr leckeres Gebäck (Financier) mit einer heißen Gewürzschokolade. Seine Mitarbeiterin, Eglantine, hat dann noch einen Vortrag über die „Vanille“ gehalten. Alles in Allem habe ich 3 ganz tolle Stunden im Atelier von Thierry Mulhaupt verbracht. Der Kurs war sehr gut vorbereitet und wir wurden sehr professionell betreut. Natürlich konnte ich es mir am Ende nicht verkneifen, noch einen der netten Weihnachtskalender zu kaufen ( der mehr als 24 Fenster hat…ein paar mehr für Notfälle), noch ein wenig Equipment und Zutaten, die ich in Deutschland nicht finde.

Alle Informationen zu Thierry Mulhaupt, e-boutique, Bücher und Kurse: www.mulhaupt.fr

Und hier geht es nun zum Rezept

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